Eisenmangel — Ein häufiger Grund für Abgeschlagenheit

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22.05.2019 Lesezeit: 3 Minuten
Eisenmangel, Mangelerkrankung
Eisenmangel - Ein häufiger Grund für Abgeschlagenheit

Blass, müde, schlapp?

Füh­len Sie sich schnell müde und zuneh­mend leis­tungs­ge­min­dert? Wird Ihnen häu­fig gesagt, wie blass Sie doch aus­se­hen? Dies kann auf einen Eisen­man­gel hin­wei­sen.

Welt­weit lei­den laut WHO über 2 Mil­li­ar­den Men­schen an einem Eisen­man­gel. Dies ist somit die häu­figs­te Man­gel­er­kran­kung des Men­schen und die häu­figs­te Ursa­che für Blut­ar­mut (Anämie). Die Fol­ge zeigt sich in Form unspe­zi­fi­scher sowie spe­zi­fi­scher Sym­pto­me, bei­spiels­wei­se: Schnel­le Erschöp­fung, blas­se Haut und Schleim­häu­te, Haar­aus­fall, Herz­ra­sen, Nagel­brü­chig­keit, Schlaf­stö­run­gen, depres­si­ve Ver­stim­mung, ris­si­ge Schleim­haut und Mund­win­kel. Das Gan­ze kann bis hin zur soge­nann­ten Eisen­man­gelan­ämie (Blut­ar­mut auf­grund feh­len­den Eisens) gehen.

Die welt­wei­ten Haupt­ur­sa­chen für Eisen­man­gel sind die Man­gel­er­näh­rung und die Mens­trua­ti­ons­blu­tung. Ein beson­ders hohes Risi­ko tra­gen des­halb Frau­en im gebär­fä­hi­gen Alter. Sie auf­grund ihrer Monats­blu­tung einen erhöh­ten Ver­lust an Eisen haben. Auch Klein­kin­der und Säug­lin­ge tra­gen ein erhöh­tes Risi­ko durch einen erhöh­ten Eisen­be­darf.

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Warum brauche ich Eisen?

Ein Eisen­man­gel ist kei­ne aku­te Erkran­kung und der Kör­per kann ihn im Früh­sta­di­um auf­grund bestehen­der Reser­ven meist noch aus­glei­chen. Den­noch ist die­ses lebens­not­wen­di­ge Spu­ren­ele­ment essen­zi­ell für den Kör­per. Die Haupt­auf­ga­be des Eisens ist der Trans­port von Sauer­stoff durch die roten Blut­kör­per­chen (Ery­thro­zy­ten). Bei der Pro­duk­ti­on der roten Blut­kör­per­chen wird das Eisen in den roten Blut­farb­stoff Hämo­glo­bin ein­ge­baut, sodass sich Sauer­stoff anhef­ten und zum Ziel­ort trans­por­tiert wer­den kann. Liegt ein Eisen­man­gel vor, so pro­du­ziert der Kör­per dem­entspre­chend weni­ger Hämo­glo­bin und weni­ger Blut­kör­per­chen. Dar­aus resul­tiert das Krank­heits­bild der Blut­ar­mut, auch Anämie genannt. Mus­kel­zel­len und Gehirn­zel­len eines Men­schen benö­ti­gen auf­grund des gro­ßen Sauer­stoff­be­darfs eben­falls Eisen. Fehlt die­ser, zeigt sich eine Erschöp­fungs­sym­pto­ma­tik.

Wie hoch ist mein Eisenbedarf?

Ursachen für Eisenverlust

Der Eisen­be­darf ist indi­vi­du­ell abhän­gig von Lebens­pha­se, Alter und Geschlecht.  Täg­lich ver­liert der Mensch auto­ma­tisch klei­ne Men­gen an Eisen, bei­spiels­wei­se durch:

  • Stuhl­gang
  • Blu­tun­gen (Ver­let­zun­gen, Mens­trua­ti­on,…)
  • Regel­mä­ßi­ges Blut­spen­den

Ein Eisen­ver­laust kann jedoch eben­falls bedingt sein durch:

  • Krebs­er­kran­kun­gen
  • Hämo­dia­ly­se
  • Magen-Darm-Blu­tun­gen (bspw. bei regel­mä­ßi­ger Ein­nah­me von Schmerz­mit­teln)
  • Chro­ni­sche Erkran­kun­gen (Herz-, Nie­ren-, Leber­insuf­fi­zi­enz)

Kann der Eisen­ver­lust nicht mehr durch eine Eisen­auf­nah­me gedeckt wer­den oder ist die Eisen­re­sorp­ti­on im Magen-Darm­trakt gestört, so kön­nen sich fol­gen­de Krank­heits­bil­der mani­fes­tie­ren:

  • Achlor­hy­drie (Feh­len­de Pro­duk­ti­on von Magen­säu­re)
  • Mal­ab­sorp­ti­ons­syn­drom (M. Crohn, Zölia­kie)
  • Erkran­kun­gen des Dünn­darms

In die­sem Zusam­men­hang ist es pro­ble­ma­tisch, dass der Mensch selbst kein Eisen pro­du­zie­ren kann und somit auf eine äuße­re Zufuhr ange­wie­sen ist.

Frau­en benö­ti­gen ten­den­zi­ell mehr Eisen als Män­ner, ins­be­son­de­re Schwan­ge­re und Stil­len­de (der täg­li­che Eisen­be­darf liegt bei ca. 30mg , bzw. 20 mg).



Eisen ist nicht gleich Eisen!

In der Natur gibt es 2 ver­schie­de­ne Eisen­sor­ten, sowohl ein zwei­wer­ti­ges (Fe 2+), als auch ein drei­wer­ti­ges (Fe 3+). Eine Auf­nah­me erfolgt aus­schließ­lich in Form von zwei­wer­ti­gem Eisen, da das drei­wer­ti­ge Eisen schwer lös­li­che Kom­ple­xe bil­det und nicht resor­biert wer­den kann. Die gleich­zei­ti­ge Ein­nah­me von Vit­amin C ver­bes­sert die Auf­nah­me von Eisen in den Kör­per. Im Gegen­satz dazu erschwe­ren Kaf­fee, Milch, Schwarz­tee und Weiss­mehl­pro­duk­te die Eisen­auf­nah­me über den Darm.

Liegt im Kör­per ein Eisen­man­gel vor, kann die Auf­nah­me auf 20–30% des in der Nah­rung ent­hal­te­ne Eisen gestei­gert wer­den. Im Nor­mal­fall liegt die­ser bei 5–10%. Lei­der ist es so, dass der Groß­teil des über die Nah­rung auf­ge­nom­men Eisens aber wie­der unver­än­dert über den Stuhl aus­ge­schie­den wird, da die Auf­nah­me­fä­hig­keit des Darms ein­ge­schränkt ist.

Eisen aus Fleisch und Milch­pro­duk­te kann 2–3 mal bes­ser auf­ge­nom­men wer­den als aus pflanz­li­chen Nah­rungs­mit­teln. Es soll­te auf eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung geach­tet wer­den, um einen Eisen­man­gel vor­zu­beu­gen.

Diagnostik

Eine Blut-Unter­su­chung in Ver­bin­dung mit den Sym­pto­men kann Auf­schluss dar­über geben, ob ein Eisen­man­gel vor­liegt. Im Blut­bild sind die Blut­kör­per­chen zu klein und zu blass im Ver­hält­nis zu gesun­den roten Blut­kör­per­chen. Auch ein ernied­rig­ter Fer­ri­tin-Wert weist auf einen Eisen­man­gel hin, da das Fer­ri­tin den Eisen­spei­cher dar­stellt. Aller­dings muss ein hoher Fer­ri­tin-Wert nicht unbe­dingt auf einen Eisen­man­gel hin­deu­ten, da die­ser auch auf­grund ande­ren Ursa­chen erhöht sein kann. Dar­über­hin­aus kann der Trans­fer­rin, der Eisen­trans­por­ter, im Blut ernied­rigt sein.

Ist die Dia­gno­se zunächst gestellt, soll­te man unbe­dingt auch Ursa­chen­for­schung betrei­ben. Kön­nen Ursa­chen wie eine Man­gel­er­näh­rung oder Schwan­ger­schaft aus­ge­schlos­sen wer­den, so soll­te man nach Blu­tun­gen suchen.

Sind Ihnen schon­mal fol­gen­de Sym­pto­me auf­ge­fal­len?

  • Blu­ti­ger Urin
  • Schwar­zer, teer­ar­ti­ger Stuhl­gang
  • Häu­fi­ges und lan­ges Nasen­blu­ten
  • Ver­mehr­te Regel­blu­tung
  • Durch­fall mit Blut­an­teil
  • Gewichts­ver­lust

Falls ja, wei­sen Sie Ihren Arzt oder Ärz­tin unbe­dingt auf ihre Beob­ach­tun­gen hin, damit die­ser wei­te­re Dia­gnos­tik durch­füh­ren kann. Ein Medi­zi­ner wird dann im wei­te­ren Ver­lauf mit­hil­fe von Urin-Pro­ben, Stuhl­tests, einem Bauch-Ultra­schall und/oder Darm­un­ter­su­chung nach mög­li­chen Blu­tungs­or­ten suchen.

Therapie

Die The­ra­pie des Eisen­man­gels soll­te sowohl die Behand­lung der Ursa­che, als auch die medi­ka­men­tö­se Eisen­ga­be beinhal­ten.

Bei gesi­cher­tem Eisen­man­gel besteht zudem die Mög­lich­keit, Eisen­ta­blet­ten, Trop­fen oder Kap­seln anzu­wen­den. Bei The­ra­pie­ver­sa­gen, oder schlech­ter Ver­träg­lich­keit kann eine Eisen­the­ra­pie mit Infu­sio­nen ange­wen­det wer­den. Der zustän­di­ge Medi­zi­ner berät zudem über ange­mes­se­ne The­ra­pie­mög­lich­kei­ten oder bezieht ande­re Fach­ärz­te in die Ent­schei­dungs­fin­dung ein.

Eisen­man­gel — Ein häu­fi­ger Grund für Abge­schla­gen­heit

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