Coronavirus Covid-19: Masken und Desinfektionsmittel selber machen

Maske Atemmaske Mundschutz selber machen Nähen

Atemmaske selber machen

Zwar kann eine herkömmliche Maske keine Viren aus der Luft filtern. Aber wenn Sie Maske tragen, schützen Sie Ihr Umfeld. Denn nicht jeder, der mit dem Coronavirus infiziert ist, zeigt bereits Symptome.

Die Maske verhindert, dass kleinste Tröpfchen sich beim Sprechen, Atmen, Husten oder Niesen weiträumig verteilen, und reduziert damit das Ansteckungsrisiko für andere.

Wenn alle Maske tragen, ist das Infektionsrisiko so verringert. Daher: #maskeauf!

Wichtig: Der richtige Umgang mit der Maske

Maske selber nähen – auch ohne Nähmaschine

Mundschutz selber nähen mit oder ohne Nähmaschine – mit diesen Anleitungen klappt die waschbare Atemmaske. Selbst eine Maske mit Filter und mit Nasenbügel ist gar nicht so schwierig zu nähen, wie man denken könnte. Hier finden Sie die besten Anleitungen und Schnittmuster.

Maske selber machen ohne Nähen

Auch ganz ohne Nähen können Sie eine Maske selber machen. Passende Materialien wie Geschirr- oder Baumwolltücher, Loop-Schals, Gummi- oder Haarbänder sowie optional Vlies oder Frottee als Filtereinlagen finden sich in jedem Haushalt.

Denken Sie daran, dass Ihre Maske umso wirksamer ist, je besser sie sitzt. Experimentieren Sie also ein wenig, bis Sie mit Sitz und Passform zufrieden sind.

Und geht eigentlich auch eine Maske ohne Nähen mit Filter? Ja, die Anleitung dazu finden Sie gleich im ersten Video.

Fragen und Antworten zum selbstgemachten Mundschutz

Welche Materialien eignen sich besonders für Masken?

Geeignet für selbstgenähte Masken sind bei mindestens 60°C waschbare (Baumwoll-)stoffe.

Grundsätzlich sollten alle Materialien, die Sie verwenden, eine Wäsche bei mindestens 60°C mit Bleichmittel bzw. handelsüblichem Waschpulver überstehen.

Idealerweise sollten Sie Ihre Maske auch heiß bügeln und auskochen können.

Zu dünn darf der Stoff ebenso nicht sein: dichte, fest gewebte Stoffe helfen, mehr Tröpfchen aufzuhalten.

Ebenfalls spielt der Atemwiderstand eine Rolle, denn ist dieser zu hoch, können Sie durch die Maske nicht mehr bequem atmen.

smartairfilters.com hat die besten Materialien für selbstgemachten Masken getestet und auf Partikelfilterleistung und Atemwiderstand geprüft. Empfohlen werden Kissenbezüge und T-Shirts.

Ma­ter­ialgeeig­net?Hin­weise
Staub­sauger­beutelneinLaut Hersteller können die Beutel Stoffe (feines anti­bakterielles Pulver) enthalten, die beim direkten Einatmen gesundheits­schädlich sein können. Staub­sauger­beutel sind für Feinstaub geeignet, der allerdings wesentlich größer ist, als Corona-Viren. 
Kopf­kissen­bezugjaEine Studie der Cambridge University ergab, dass diese Materialien etwa 50 % der Partikel der Größe eines Corona-Virus herausfiltern. Durch diese Stoffe kann man bequem atmen und sie sind gut anpassbar. Legt man den Stoff doppelt, erhöht sich die Wirkung des Materials minimal, erschwert allerdings die Atmung. Eine weitere Studie der Universität legt nahe, dass diese Masken auch nach einer Tragezeit von 3 Stunden kaum an Wirkung verlieren.
T-Shirt aus Baum­wolle
Geschirr­tuch / Baum­woll­tuch
T-Shirt aus Baum­woll­misch­gewebebedingtEs ist weniger gut geeignet als Baumwolle. Zwar halten Sie mehr Partikel der Größe von Viren auf, lassen sich allerdings nicht so heiß waschen.
SeideSie ist weniger gut geeignet als Baumwolle. Zwar halten sie ebenso viele Partikel der Größe von Viren auf, lassen sich allerdings nicht so heiß waschen.
SchalEr ist weniger gut geeignet als Baumwolle. Zwar halten sie ebenso viele Partikel der Größe von Viren auf, lassen sich allerdings nicht so heiß waschen.
Quelle: smartairfilters.comHealth Rise Logo klein

Unter naehfrosch.de und sewsimple.de finden Sie neben Nähanleitungen noch mehr Tipps zum geeigneten Material.

Viren filtern konnte im Test von smartairfilters.com übrigens kein Material ausreichend. Geschirrtücher konnten etwa 60% der .02 – 1 Micron großen Partikel filtern, was keinen ausreichenden Schutz vor Ansteckung bietet.

Sind Staubsaugerbeutel als Filtereinlage für Masken geeignet?

Vielleicht haben Sie gehört, dass Staubsaugerbeutel kleinste Partikel besonders gut aus der Luft filtern sollen. Damit würden sich diese als Filter für Masken anbieten.

Doch Vorsicht: Staubsaugerbeutel enthalten ein feines Polymer-Granulat, das beim Aufschneiden frei werden kann. Das Einatmen dieses Granulats kann Lunge und Verdauungsorgane schädigen. DM warnt daher ausdrücklich vor der Verwendung in Masken. Im DM-Onlineshop sind Staubsaugerbeutel bereits mit der Warnung versehen

ACHTUNG! Staubsaugerbeutel sind kein Schutz gegen COVID-19 und nicht als Schutzmaske geeignet!

Der Hersteller Melitta weist zudem darauf hin, dass Staubsaugerbeutel über keine ausreichende Filterleistung für Viren verfügen.

Ein Mundschutz aus Staubsaugerbeuteln kann also ein unnötiges Gesundheitsrisiko darstellen, und dürfte aufgrund des hohen Atemwiderstands auch noch sehr unbequem zu tragen sein.

Falls Sie Wert auf eine vergleichsweise hohe Filterleistung legen, werfen Sie einen Blick auf den Materialtest von smartairfilters.com sowie auf die Studie der Cambridge University zur Filtrationsleistung von Materialien, aus denen Masken hergestellt werden können. Doppelt gelegte, dicht gewebte Geschirrtücher ("tea towels") konnten ebenfalls vergleichsweise viele Partikel filtern. Dennoch stellt auch diese Variante der selbstgemachten Maske keinen Schutz vor Viren dar.

Schützen Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Nein. Wie oben erläutert können die meisten Masken keine Viren aus der Umgebungsluft filtern. Und selbst wenn sie es könnten, liegen sie selten so perfekt auf der Haut an, dass ein vollständiger Schutz gewährleistet wäre. Nur ein Fremdschutz ist gegeben.

Einige führende Hygieniker vermuten allerdings trotzdem einen gewissen Eigenschutz durch Masken, zumindest in geschlossenen Räumen, da die Viruslast sinkt, wenn größere Tröpfchen aus der Luft außen an der Maske hängen bleiben.

Dies ist allerdings noch nicht belegt und stellt keinen vollständigen Schutz, sondern nur eine gewisse Verringerung des Risikos dar, falls die Vermutung sich bewahrheiten sollte.

Wurden Sie mit Maske angeniest oder angehustet, nehmen Sie bitte sofort die Maske ab, und waschen Sie gründlich Gesicht und Hände.

Darf ich meine selbstgenähten Masken verkaufen oder spenden?

Ja, das dürfen Sie. Aber achten Sie darauf, dass Sie in der Beschreibung nicht das Wort "Mundschutz" verwenden! Da eine Schutzwirkung der Masken nicht im Sinne eines geprüften Medizinproduktes gegeben ist, kann es zur Abmahnung kommen.

Vermeiden Sie daher das Wort "Schutz". Die it-recht-kanzlei.de hat einen Leitfaden für alle erstellt, die rechtssicher Masken an Dritte abgeben möchten.

Vorgeschlagen werden die Begriffe "Mund- und Nasen-Maske", "Mundbedeckung" oder "Behelfsmaske". Auch die einfache "Atemmaske" dürfte unproblematisch sein.

Desinfektionsmittel selber machen

Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage sind Desinfektionsmittel oft ausverkauft. Mit den folgenden Rezepten können Sie Hand- und Flächendesinfektionsmittel zu Hause selber mischen.

Um die Zutaten für das Desinfektionsmittel zu besorgen, fragen Sie Ihre Apotheke an. Apotheken können Ihnen Desinfektionsmittel auch nach Rezept anmischen. So müssen Sie keine teuren Großgebinde kaufen, sondern erhalten eine passende Menge Desinfektionsmittel.

Warum Coronaviren Seife hassen

Alkoholische Desinfektionsmittel mit einem Ethanolgehalt von mindestens 70-80% können Coronaviren abtöten. Doch um Hände und abwaschbare Oberflächen zu reinigen, benötigen Sie kein Desinfektionsmittel.

Coronaviren sind sogenannte "behüllte Viren", die von einer dünnen Lipidhülle überzogen sind – sprich von einer Fettschicht. Dieser Fettschicht können Sie mit Seife, Spüli und anderen Fettlösern zu Leibe rücken, und das Virus so unschädlich machen.

Eine Wäsche mit bleichmittelhaltigem Waschmittel ("löst Flecken", "für Weiß- und Buntwäsche" oder "für Weißwäsche") bei mindestens 60°C tötet effektiv Coronaviren auf Textilien wie Ihrer selbstgenähten Maske ab, ebenso wie Auskochen oder heißes Bügeln.

Desinfektionsmittel helfen Ihnen dort, wo Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen, also zum Beispiel bei der Handdesinfektion unterwegs, wenn Händewaschen nicht möglich ist.

Um elektronische Geräte wie Ihr Smartphone zu desinfizieren, verwenden Sie am besten eine alkoholische Lösung mit einem Gehalt von 70-80% Ethanol oder 70% Isopropanol (Isopropylalkohol). Wie Sie Ihr Smartphone reinigen, ohne der Elektronik dabei zu schaden, lesen Sie auf chip.de.

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