Burnout: Ursachen und Prävention

Mann mit Burnout am Schreibtisch

Burnout: Ursachen und Prävention

Müde, aus­ge­laugt, über­for­dert: Ein Bur­nout äußert sich durch kör­per­li­che und see­li­sche Stress­re­ak­tio­nen. Wird das „Aus­ge­brannt­sein“ früh­zei­tig erkannt, sind die Chan­cen auf eine Gene­sung jedoch gut. Die typi­schen Ursa­chen für Bur­nout und wie man ihm vor­beu­gen kann.

Was ist ein Burnout?

Ein Bur­nout ist eine Stö­rung des vege­ta­ti­ven Ner­ven­sys­tems. Der Begriff geht auf den US-ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten Her­bert Freu­den­berg zurück, der die ers­ten Model­le zu der Erkran­kung erstellt hat. Seit­dem hat die wis­sen­schaft­li­che Betrach­tung des Lei­dens eini­ge Ver­än­de­run­gen durch­ge­macht. Eine offi­zi­el­le Erkran­kung ist die chro­ni­sche Über­for­de­rung jedoch bis heu­te nicht. Es han­delt sich um eine chro­ni­sche kör­per­li­che und emo­tio­na­le Erkran­kung, wes­halb der Bur­nout auch als „Erschöp­fungs­de­pres­si­on“ bezeich­net wird.

Auch kör­per­li­che Ursa­chen wie eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on oder eine Herz- und Nie­ren­schwä­che sind denk­bar. Mög­li­che psy­chi­sche Aus­lö­ser sind post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­run­gen oder das chro­ni­sche Fati­gue-Syn­drom. Stö­run­gen wie Alko­ho­lis­mus kön­nen eben­falls eine Rol­le spie­len. Wenn die­se Sym­pto­me vor­lie­gen, emp­fiehlt sich ein Besuch beim Haus­arzt. Dann kann zügig eine pas­sen­de The­ra­pie in die Wege gelei­tet wer­den.

Typische Burnout-Syndrome

Da die chro­ni­sche Über­for­de­rung viel­schich­ti­ge Sym­pto­me haben kann, ist es schwie­rig, die Erkran­kung selbst zuzu­ord­nen.

Eine chro­ni­sche Über­for­de­rung beginnt oft mit einer chro­ni­schen Müdig­keit. Im wei­te­ren Ver­lauf kom­men dann Schlaf­stö­run­gen, Kopf­schmer­zen, Schwin­del, Zit­tern und eine Rei­he ande­rer Beschwer­den hin­zu. Im schlimms­ten Fall tre­ten Sym­pto­me wie Herz­ra­sen oder Atem­not auf. Pro­ble­ma­tisch ist dies vor allem in Kom­bi­na­ti­on mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten, weil bei einer chro­ni­schen Über­for­de­rung das Immun­sys­tem geschwächt ist.

Beglei­tend dazu tre­ten Ver­hal­tens­ver­än­de­run­gen auf. Betrof­fe­ne sind oft sar­kas­tisch oder zynisch, weil sie ein Ven­til für die inner­li­che Belas­tung benö­ti­gen. Durch Iro­nie und Sar­kas­mus bau­en sie eine emo­tio­na­le Distanz zu dem Stress auf.

Auch die per­sön­li­chen Wer­te sind Ver­än­de­run­gen unter­zo­gen. Wo zunächst noch Fami­lie und Freun­de obers­te Prio­ri­tät genie­ßen, rücken zuneh­mend Leis­tung und Effi­zi­enz in den Vor­der­grund. Arbei­ten müs­sen „schnell, unbe­dingt und immer“ erle­digt wer­den. Die eige­nen Bedürf­nis­se müs­sen dem vol­len Ter­min­ka­len­der wei­chen.

Ursachen für die Stresserkrankung

Eine wesent­li­che Ursa­che für chro­ni­sche Über­for­de­rung ist Stress. Bur­nout-Pati­en­ten sind oft sehr ziel­stre­bi­ge Men­schen, die ihre gesam­te Ener­gie in eine Auf­ga­be inves­tie­ren. Auch über­emp­find­li­che Men­schen mit einem schwach aus­ge­präg­ten Selbst­be­wusst­sein erkran­ken beson­ders rasch an Bur­nout.

Bei­de Risi­ko­grup­pen haben gemein­sam, dass die Pati­en­ten Schwie­rig­kei­ten haben, ihre Gefüh­le aus­zu­drü­cken. Eben­so wol­len sie von ihrer Umwelt in beson­de­rem Maße aner­kannt wer­den. Meist sind es Men­schen, die sich unrea­lis­ti­sche Zie­le set­zen, die eine chro­ni­sche Erschöp­fung erlei­den. In häu­fi­gen Fäl­len kön­nen sie nicht „Nein“ sagen und sich auch kei­ne Schwä­chen ein­ge­ste­hen.

Bur­nout-Pro­zes­se begin­nen meist im Zusam­men­hang mit Ver­än­de­run­gen in der Lebens­si­tua­ti­on. Ein neu­er Beruf oder der Stu­di­en­an­fang sind mög­li­che Aus­lö­ser die­ser “Erschöp­fungs­de­pres­si­on”. Gefähr­de­te Per­so­nen, die sich in unge­wohn­ten Situa­tio­nen mit vie­len neu­en Ein­drü­cken kon­fron­tiert sehen, füh­len sich auf­grund ihrer eige­nen hohen Erwar­tun­gen häu­fig über­las­tet.

Umge­kehrt kann eine Bur­nout-Pha­se auch durch das Aus­blei­ben einer Ver­än­de­rung auf­tre­ten. Wenn das Stu­di­um miss­lingt, besteht auf­grund der Frus­tra­ti­on ein erhöh­tes Bur­nout-Risi­ko. Ver­mei­den lässt sich die chro­ni­sche Erschöp­fung durch rasches Gegen­steu­ern.

Einer chronischen Überforderung vorbeugen

Eine chro­ni­sche Über­for­de­rung kann jeden tref­fen. Glück­li­cher­wei­se kann eine geziel­te Bur­nout-Prä­ven­ti­on das Risi­ko für eine Erkran­kung sen­ken. Risi­ko­pa­ti­en­ten müs­sen ihre eige­nen Bedürf­nis­se wahr­neh­men und im Dia­log mit sich selbst erreich­ba­re Zie­le for­mu­lie­ren. Wer eine gute Balan­ce zwi­schen Arbeit und Frei­zeit fin­det, ver­mei­det, dass sich Stress ansam­melt und zu einer chro­ni­schen Über­for­de­rung führt.

Besteht aku­tes Depres­si­ons­ri­si­ko, lässt sich eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung fast nicht mehr ver­mei­den. Der Pati­ent benö­tigt zudem eine Psy­cho­the­ra­pie, damit er nach einem schwe­ren Lei­den schnell wie­der auf die Bei­ne kommt. Mit Hil­fe eini­ger Maß­nah­men lässt sich das Bur­nout-Syn­drom ver­mei­den.

Im Beruf sind Auf­ga­ben wich­tig, die auf die eige­nen Grund­be­dürf­nis­se abge­stimmt sind. Sozia­le Kon­tak­te, Bewe­gung und die Mög­lich­keit auf einen beruf­li­chen Auf­stieg sind nur eini­ge Fak­to­ren, die zu einem befrie­di­gen­den Arbeits­all­tag bei­tra­gen.

Die Pfle­ge der sozia­len Kon­tak­te ist beson­ders wich­tig. Eben­so wich­tig ist es, Zeit für sich selbst zu haben und ein­fach mal die See­le bau­meln zu las­sen. Eine gesun­de Balan­ce zwi­schen Sozi­al­kon­tak­ten und Zeit allei­ne ver­brin­gen hebt die Stim­mung und hilft dabei, Stress abzu­bau­en.

Stressmanagement bei Burnout

Regel­mä­ßi­ges Stress­ma­nage­ment durch Ent­span­nungs­tech­ni­ken ist wich­tig, um Stress abzu­bau­en. Betrof­fe­ne kön­nen ihren Stress­le­vel durch Yoga, Medi­ta­ti­on und vie­le ande­re Tech­ni­ken sen­ken. Das Gespräch mit einem Phy­sio­the­ra­peu­ten oder Sport­me­di­zi­ner hilft, die indi­vi­du­ell bes­te Metho­de zu fin­den.

Abge­run­det wird die Bur­nout-Pro­phy­la­xe durch eine gesun­de Lebens­wei­se. Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung ist genau­so wich­tig wie regel­mä­ßi­ge Bewe­gung. Der Kon­sum von Kaf­fee, Ziga­ret­ten und ande­ren Auf­putsch­mit­teln wird am bes­ten redu­ziert, denn ohne die­se Wach­ma­cher und Auf­put­scher wer­den die kör­per­ei­ge­nen Warn­si­gna­le bes­ser wahr­ge­nom­men.

Selbstliebe als Schlüssel gegen Burnout

Posi­ti­ve Selbst­ge­sprä­che sind ein gutes Hilfs­mit­tel, um Pro­ble­me auf­zu­schlüs­seln und anzu­ge­hen. Wer sich allei­ne, trau­rig oder gestresst fühlt, kann mit sich selbst spre­chen und sich dadurch beru­hi­gen. Noch bes­ser sind sozia­le Kon­tak­te zu Men­schen, die Ver­ständ­nis zei­gen. Gesun­der Stress, der dabei hilft acht­sam und auf­merk­sam zu sein, unter­stützt uns dabei, eige­ne Zie­le zu errei­chen und weni­ger auf die Mei­nung ande­rer Men­schen zu ach­ten. Schon klei­ne Ver­än­de­run­gen kön­nen dabei eine gro­ße Wir­kung haben.

Bei chronischem Stress zum Arzt

Wer bei sich ers­te Anzei­chen einer chro­ni­schen Über­for­de­rung ent­deckt, soll­te mit einem Arzt spre­chen. Gute Vor­sät­ze las­sen sich oft nur mit der Hil­fe eines Fach­manns in die Tat umset­zen. Zudem kann das Lei­den bes­ser behan­delt wer­den, je frü­her es erkannt wird. Weil es meist zuerst die Men­schen in der nähe­ren Umge­bung sind, denen Ver­än­de­run­gen auf­fal­len, soll­te offen mit Freun­den und Fami­li­en­mit­glie­dern gespro­chen wer­den. Eine ehr­li­che Anspra­che kann dabei hel­fen, das Pro­blem anzu­ge­hen.

Burnout-Syndrom bei Kindern

Auch Kin­der kön­nen an einem Bur­nout-Syn­drom erkran­ken. Wie die Stu­die „Bur­nout im Kin­der­zim­mer: Wie gestresst sind unse­re Kin­der und Jugend­li­chen in Deutsch­land?“ der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld auf­zeigt, hat eines von sechs Kin­dern und jeder fünf­te Jugend­li­che über­mä­ßig viel Stress. Ver­sa­gens­ängs­te und Leis­tungs­druck sind mög­li­che Ursa­chen, doch auch das nicht hin­rei­chen­de Mit­spra­che­recht in der Schu­le oder zu Hau­se, das zu dem Gefühl der Über­for­de­rung bei­trägt.

Ein Bur­nout-Syn­drom bei Kin­dern kann ver­mie­den wer­den, indem die Fami­li­en­mit­glie­der und Freun­de Ver­ständ­nis zei­gen und dem Kind mit Lie­be und Respekt begeg­nen. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist essen­zi­ell, um Risi­ko­fak­to­ren zu erken­nen und kon­se­quent zu behe­ben.