Begleithunde – pelzige Helfer

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    Gene­rell haben Tie­re eine hei­len­de und beru­hi­gen­de Wir­kung auf uns. Vor allem Hun­de sind, wie wir alle wis­sen, die bes­ten Freun­de des Men­schen. Sie sind immer für uns da und mun­tern uns auf, wenn es uns nicht gut geht. Doch sie kön­nen noch viel mehr. Sie kön­nen ein­ge­schränk­te Men­schen bei ihrem All­tag unter­stüt­zen und sogar Leben ret­ten. Begleit­hun­de machen so etwas jeden Tag. Doch in wel­chen Berei­chen wer­den die­se Begleit­hun­de über­all ein­ge­setzt und wie genau tun sie das? Alles Wich­ti­ge erfah­ren Sie hier.

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    Begleithunde – pelzige Helfer

    Außergewöhnlicher Spürsinn

    Vie­le, die einen Hund besit­zen, sind der Mei­nung, dass der Hund alles spürt, was in uns Men­schen vor­geht. Sie wis­sen genau, wenn wir schlech­te Lau­ne haben oder krank sind. Zahl­rei­che Men­schen berich­ten, dass ihr Hund Meta­sta­sen oder ande­re schwe­re Erkran­kun­gen erschnüf­feln konn­te und mit Krat­zen an der Stel­le dar­auf auf­merk­sam gemacht hat. Aber stimmt das wirk­lich?

    Epilepsie- und Diabetikerhunde

    Vor eini­gen Jah­ren ent­deck­ten Hun­de­be­sit­zer, die unter Epi­lep­sie lei­den, dass sich ihre Hun­de vor den Anfäl­len unge­wöhn­lich ver­hiel­ten. Sie besit­zen sozu­sa­gen einen sieb­ten Sinn und kön­nen epi­lep­ti­sche Anfäl­le vor­aus­sa­gen. Kana­di­sche For­scher unter­such­ten die­ses Ver­hal­ten und konn­ten fest­stel­len, dass fast ein Fünf­tel aller Hun­de sol­che Anfäl­le erken­nen konn­ten, ohne über­haupt dar­auf trai­niert wor­den zu sein. Sie ver­fü­gen über über­durch­schnitt­li­che Wahr­neh­mungs­fä­hig­kei­ten, sind aus­ge­spro­chen auf­merk­sam und kön­nen mit­hil­fe ihres Geruchs­sin­nes bereits die aller­kleins­ten hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen im mensch­li­chen Kör­per erken­nen.

    Spürt der Hund eine sol­che Ver­än­de­rung, macht er sich durch lau­tes Bel­len, Jau­len oder Win­seln bemerk­bar. Der Epi­lep­sie­pa­ti­ent hat dadurch Zeit, sich auf sei­nen Anfall vor­zu­be­rei­ten und kann sich bei­spiels­wei­se hin­set­zen, um einem Sturz vor­zu­beu­gen. Vie­le Hun­de kön­nen einen Anfall zwar auch ohne vor­he­ri­ge Aus­bil­dung vor­her­sa­gen, den­noch wer­den Epi­lep­sie­hun­de zwei Jah­re lang auf ihren Ein­satz vor­be­rei­tet.

    Col­lies, Gol­den Retrie­ver oder Schä­fer­hun­de bspw. eig­nen sich beson­ders, da sie eine enge Bin­dung zum Besit­zer auf­bau­en und immer nach Nähe suchen. Bei Dia­be­ti­kern funk­tio­niert der Spür­sinn des Hun­des auf die glei­che Wei­se. Sie kön­nen es rie­chen, wenn der Blut­zu­cker­spie­gel des Men­schen einen gefähr­lich nied­ri­gen oder hohen Wert erreicht. Vie­le schwer erkrank­te Pati­en­ten besit­zen einen Not­knopf in ihrer Woh­nung, wel­cher direkt mit dem Ret­tungs­dienst ver­bun­den ist. Die Hun­de sind dann dar­auf trai­niert, den Knopf zu drü­cken, falls das Herr­chen ohn­mäch­tig zu Boden fällt. Somit kön­nen Ret­ter vom Not­dienst alar­miert wer­den und schnellst­mög­lich lebens­ret­ten­de Maß­nah­men ein­lei­ten.

    Blindenführhunde

    Blin­den­hun­de sind für Men­schen mit einer Seh­be­hin­de­rung eine enor­me Hil­fe. Sie geben ihren Besit­zern Mobi­li­tät und ein Stück­chen Eigen­stän­dig­keit zurück. Mit den Hun­den sind erblin­de­te Per­so­nen dazu in der Lage, ohne oder mit wenig frem­der Hil­fe aus­zu­kom­men. Er kann sei­nem Herr­chen oder Frau­chen dabei hel­fen, sicher eine Stra­ße zu über­que­ren und sie bei­spiels­wei­se auf Türen hin­wei­sen. Im Bus oder in der Bahn kann er sei­nen Besit­zer auf freie Sitz­plät­ze auf­merk­sam machen.

    Auch Blin­den­hun­de wer­den spe­zi­ell aus­ge­bil­det. Eine sol­che Aus­bil­dung kann bis zu einem Jahr dau­ern. Sie müs­sen spe­zi­el­le Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten vor­wei­sen kön­nen. Dazu gehö­ren unter ande­rem Ner­ven­stär­ke, Intel­li­genz, Ruhe, Fried­fer­tig­keit sowie Belast­bar­keit. Bereits im ganz jun­gen Alter wird der Wel­pe einem Eig­nungs­test unter­zo­gen, bei dem fest­ge­stellt wer­den soll, ob sein Wesen ihn als Blin­den­führ­hund qua­li­fi­ziert.

    Anschlie­ßend wird der Wel­pe in eine Paten­fa­mi­lie gege­ben, in der er einen ers­ten Umgang mit Men­schen und ande­ren Hun­den erler­nen soll. Wäh­rend die­ser Zeit arbei­tet die Paten­fa­mi­lie eng mit der Blin­den­führ­hund­schu­le zusam­men. Stellt sich her­aus, dass der Hund nicht ner­ven­stark genug ist für sei­ne spä­te­re Auf­ga­be oder z. B. sei­nen Jagd­trieb nicht kon­trol­lie­ren kann, wird er nicht wei­ter aus­ge­bil­det. Er kann bei sei­ner Paten­fa­mi­lie blei­ben. Kommt es hin­ge­gen zu einer Aus­bil­dung, lernt der Hund vie­le ver­schie­de­ne Befeh­le, damit er per­fekt dar­auf vor­be­rei­tet ist, sei­nen neu­en Besit­zer in jeder Lebens­la­ge zu unter­stüt­zen.

    Begleithunde für Rollstuhlfahrer

    Auch für Roll­stuhl­fah­rer gibt es spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Begleit­hun­de. Ihre Aus­bil­dung wird dabei meist gezielt auf die ein­zel­ne Per­son und ihre spe­zi­el­len Bedürf­nis­se aus­ge­rich­tet. Die Hun­de erler­nen dabei sol­che Fähig­kei­ten, wie Licht­schal­ter betä­ti­gen, Türen öff­nen, den Roll­stuhl zie­hen und Gegen­stän­de auf­he­ben. Des Wei­te­ren kön­nen sie Taschen und Kör­be tra­gen, beim An- und Aus­zie­hen hel­fen und sogar die Wasch­ma­schi­ne aus­räu­men. Auch die­se Art von Hun­den muss gedul­dig und gut­mü­tig sein. All die­se Aktio­nen wer­den vom Hund als Spiel begrif­fen und müs­sen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den belohnt wer­den.

    Kostenübernahme

    Die Kos­ten eines Blin­den­führ­hun­des wer­den von der Kran­ken­kas­se über­nom­men, wenn der Betrof­fe­ne nach­weis­lich unter einer erheb­li­chen Seh­be­hin­de­rung lei­det. Eine Aus­bil­dung des Blin­den­führ­hun­des kos­tet bis zu 30.000 Euro. Ein Assis­tenz­hund für kör­per­lich behin­der­te Men­schen wird jedoch bis jetzt nicht bezahlt, obwohl auch ihre Lebens­qua­li­tät durch einen spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Hund deut­lich steigt. Aus die­sem Grund kön­nen es sich die meis­ten Pati­en­ten nicht leis­ten, einen sol­chen Hund zu hal­ten. Mit cir­ca 15.000–20.000 Euro müss­te man hier­bei rech­nen. Es gibt ledig­lich die Chan­ce, dass ein Teil der Kos­ten von Spon­so­ren oder Ver­ei­nen getra­gen wird, die von frei­wil­li­gen Spen­den betrie­ben wer­den.