Analthrombose — Alles über Symptome, Behandlung und Risikofaktoren

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12.07.2019 Lesezeit: 4 Minuten

Zuge­ge­ben, das The­ma ist nicht für den Büro­plausch geeig­net, aber wer schon ein­mal unter Schmer­zen wegen einer Anal­throm­bo­se litt, weiß wie wich­tig es ist, dar­über Bescheid zu wis­sen.  Mit die­sem Arti­kel wol­len wir Ihnen fol­gen­de Fra­gen beant­wor­ten:

  • was ist eine Anal­throm­bo­se,
  • wie ent­steht eine Anal­throm­bo­se,
  • wie wird sie behan­delt und
  • was hilft, um eine Anal­throm­bo­se zu ver­hin­dern?
Analthrombose Analvenen
Analthrombose - Alles über Symptome, Behandlung und Risikofaktoren

Was ist eine Analthrombose?

Wie alle Venen im Kör­per kön­nen auch die Venen der Anal­re­gi­on, die den Rück­fluss des Blu­tes aus die­ser Regi­on sicher­stel­len, von einer Throm­bo­se betrof­fen sein. Die­se Art der Throm­bo­se ist unter den Namen Anal­ven­en­throm­bo­se, Peri­an­al­throm­bo­se, oder Anal­throm­bo­se bekannt. Frü­her wur­de sie fälsch­li­cher­wei­se als äuße­re Hämor­rhoi­de bezeich­nt. Bei der Anal­throm­bo­se wird die Vene durch ein Blut­ge­rinn­sel ver­engt oder ver­schlos­sen und der Blut­fluss behin­dert, was zu einem dat­tel- bis pflau­men­gro­ßen Kno­ten füh­ren kann, der star­ke Schmer­zen , ins­be­son­de­re beim Sit­zen, her­vor­ruft.

Das Wich­tigs­te zusam­men­ge­fasst:
  • Eine Anal­throm­bo­se muss nur in schwer­wie­gen­den Fäl­len ope­ra­tiv ent­fernt wer­den.
  • In den meis­ten Fäl­len reicht für die Behand­lung eine Sal­be oder stuhl­gang­re­gu­lie­ren­de Mit­tel.
  • Aus­lö­ser für eine Throm­bo­se im Anal­be­reich ist oft hoher Druck im Bauch­be­reich.
  • Das Lei­den ist zwar schmerz­haft, aber nicht gefähr­lich.

Symptome und Abgrenzung zu Hämorrhoiden

Lai­en den­ken bei den Sym­pto­men der Anal­throm­bo­se häu­fig zunächst an Hämor­rhoi­den. Sie wer­den als Juck­reiz, Ste­chen oder Bren­nen in der Anal­re­gi­on beschrie­ben und kön­nen von einem Span­nungs­ge­fühl beglei­tet wer­den. Aus­ge­löst wer­den die­se Sym­pto­me von einem bläu­li­chen, von Haut bedeck­tem Kno­ten, der bei Berüh­ren schmerzt. Bei der Anal­throm­bo­se ist die­ser Kno­ten von außen sicht­bar. Er befin­det sich am After­rand und es kön­nen sich wei­te­re Kno­ten in des­sen Nähe befin­den. Im Gegen­satz zu einer Throm­bo­se im Bein, die auch die Gefahr eines sich lösen­den Blut­gerin­sels birgt, das dann zu einem Herz­in­farkt oder zu einem Schlag­an­fall füh­ren kann, besteht hier nach aktu­el­lem Kennt­nis­stand kei­ne Gefahr. Hämor­rhoi­den hin­ge­gen tre­ten im Anal­ka­nal auf und sind nur im fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um von außen sicht­bar.

Beim Gang zum Arzt soll­te zunächst der Haus­arzt auf­ge­sucht wer­den oder, in beson­ders schwe­ren Fäl­len, die Not­auf­nah­me. Der zustän­di­ge Fach­arzt ist bei einer Anal­throm­bo­se der Prok­to­lo­ge. In eini­gen Fäl­len kann die Ver­wöl­bung durch Ein­schnei­den direkt ent­fernt wer­den. Der Arzt kann zudem Hin­wei­se auf Risi­ko­fak­to­ren einer Throm­bo­se oder mög­li­che Aus­lö­ser geben.



Ursachen der Analthrombose

Wie bei allen Throm­bo­sen kann die Ent­ste­hung durch bestimm­te Risi­ko­fak­to­ren begüns­tigt wer­den. Zum Bei­spiel zäh­len dazu:

  • Rau­chen
  • Über­ge­wicht und Bewe­gungs­man­gel
  • Immo­bi­li­sa­ti­on (Lang­stre­cken­flug, Bett­lä­ge­rig­keit etc.)
  • Die Anti­ba­by­pil­le, Schwan­ger­schaft und Wochen­bett
  • Erkran­kun­gen des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems
  • Bestimm­te Ernäh­rungs­wei­sen (Bal­last­stoff­ar­me Kost, Alko­hol, Kaf­fee)
  • Blut­ge­rin­nungs­stö­run­gen

Zudem kommt es meist durch kon­kre­te Aus­lö­ser zu einer Anal­ven­en­throm­bo­se. Bei­spiels­wei­se sind mög­li­che aus­lö­sen­de Umstän­de:

  • Hoher Druck (Pres­sen beim Stuhl­gang, Hus­ten, schwe­res Heben, Kraft­sport etc.)
  • Mecha­ni­sche Belas­tung (Anal­ver­kehr, Unter­su­chun­gen der Anal­re­gi­on)
  • Lan­ges Sit­zen oder Sit­zen auf kal­ten Flä­chen

Behandlung

Die Anal­throm­bo­se kann einer­seits kon­ser­va­tiv und ande­rer­seits mit­tels Ope­ra­ti­on behan­deln wer­den. Die gewähl­te Metho­de hängt von der Schwe­re der Sym­pto­me und wei­te­ren Umstän­den wie Pati­en­ten­wunsch oder ande­ren Erkran­kun­gen ab. In der Regel wird die Anal­throm­bo­se kon­ser­va­tiv behan­delt oder im Anfangs­sta­di­um mit einem klei­nen Ein­griff ent­fernt. Nur in Extrem­fäl­len ist ein chir­ur­gi­scher Ein­griff not­wen­dig.

Konservative Behandlung

Wird die Throm­bo­se ledig­lich von einem Juck­reiz beglei­tet, so kann der Arzt Prok­to­lo­gi­ka ver­schrei­ben. Lei­det man zudem unter Schmer­zen, kann man mit Stan­dard-Schmerz­mit­teln wie Ibu­pro­fen und lokal ange­wen­de­ten Schmerz­sal­ben lin­dern. Um die Schmer­zen beim Stuhl­gang zu lin­dern und kei­ne Ver­schlech­te­rung zu ver­ur­sa­chen, kön­nen Maß­nah­men zur Regu­lie­rung des Stuhl­gangs nötig sein. Dafür haben wir zwei Haus­mit­tel für Sie:

Unser Tipp: Lein­sa­men machen den Stuhl­gang ange­neh­mer
Lein­sa­men und ande­re natür­li­che Quell­mit­teln wie Flosa­men oder Kleie legen eine Gleit­schicht um den Stuhl. Die Belas­tung für die Anal­re­gi­on bei der Aus­schei­dung wird auf die­se Wei­se redu­ziert.
Unser Tipp: Bal­last­stof­fe bei Ver­stop­fung
Bei Ver­stop­fung hilft, wegen des hohen Anteils an Bal­last­stof­fen, Tro­cken­obst aus Pfau­men, Dat­teln oder Fei­gen. Auch Voll­korn­pro­duk­te und Hül­sen­früch­te kön­nen hier hilf­reich sein.

Operative Behandlung

Durch einen ope­ra­ti­ven Ein­griff kann eine schnel­le Schmerz­lin­de­rung erfol­gen, indem ent­we­der das Blut­ge­rinn­sel durch einen klei­nen Schnitt (Throm­busin­zi­si­on) oder, in beson­ders schwe­ren Fäl­len, das befal­le­ne Gefäß chir­ur­gisch ent­fernt wird. Dies kann in der Regel ambu­lant erfol­gen und soll­te zügig gesche­hen, um nicht unnö­tig lan­ge Schmerz­mit­tel ein­neh­men zu müs­sen.

Thrombusinzisionen

Eine Throm­busin­zi­si­on ist das Anste­chen und Aus­drü­cken der Schwel­lung, was  zur Ent­lee­rung des Throm­bus führt. Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist aus­schließ­lich dem Arzt vor­be­hal­ten. Legt man selbst Hand an, kann es zu star­ken und unkon­trol­lier­ba­ren Blu­tun­gen füh­ren, die lebens­ge­fähr­dend aus­ar­ten kön­nen. Der behan­deln­de Arzt trägt Sor­ge dafür, dass sich die Wun­de schließt und kei­ne Infek­ti­on auf­tritt. Anders als bei einer Bla­se am Fuß, die sich der Wan­ders­mann selbst auf­sticht, ist hier wirk­lich Vor­sicht gebo­ten. Las­sen Sie sich von einer Ärz­tin oder einem Arzt Ihres Ver­trau­en behan­deln!

Chirurgischer Eingriff

Erfor­der­lich ist  eine Ope­ra­ti­on, wenn die Gefahr besteht, das der Throm­bus auf­zu­platzt, die Schmer­zen uner­träg­lich sind und damit eine Infek­ti­on ver­hin­dert wer­den kann. Idea­ler­wei­se erfolgt die klei­ne Ope­ra­ti­on noch in den ers­ten Tagen des Auf­tre­tens der Beschwer­den. Mit der Extrak­ti­on des Throm­bus wird das gesam­te Gebil­de unter loka­ler Betäu­bung ent­fernt.

Die Ope­ra­ti­on fin­det ambu­lant unter ört­li­cher Betäu­bung statt. Die Kon­se­quen­zen einer OP sind im Nor­mal­fall nicht wei­ter bedeu­tend. Die Wund­hei­lung dau­ert eini­ge Zeit an und ver­läuft meist ohne Kom­pli­ka­tio­nen. Regel­mä­ßi­ge hygie­ni­sche Maß­nah­men wie wie­der­ho­len­des Säu­bern und Tro­cken­tup­fen müs­sen kon­se­quent befolgt wer­den. Außer­dem kann die Hei­lung mit Sitz­bä­dern und Sal­ben unter­stützt wer­den. Oft sind Pati­en­ten schon einen Tag nach dem Ein­griff wie­der arbeits­fä­hig. Mit einem Rück­fall ist nach einem ope­ra­ti­ven Ein­griff nicht zu rech­nen.

Maßnahmen, um das Risiko einer Analthrombose zu senken und unser Rat

Eine Ernäh­rungs­um­stel­lung, um den Stuhl­gang zu ver­bes­sern; regel­mä­ßi­ge Bewe­gung, kur­ze Pau­sen mit Bewe­gung bei lan­gem Sit­zen (meist vor dem Bild­schirm), das Mit­brin­gen eines Kis­sens z.B. beim Frei­licht­thea­ter­be­such und eine Abspra­che mit dem aus­ge­bil­de­ten Trai­ner im Fit­ness-Stu­dio redu­zie­ren das Risi­ko der Anal­throm­bo­se bereits erheb­lich.

Wenn Sie aber doch davon betrof­fen sind, suchen Sie Ihren Arzt auf und schie­ben die Behand­lung der Anal­throm­bo­se nicht aus Scham auf. Auch Ihre Apo­the­ke kann Ihnen mit Sicher­heit gute Hin­wei­se geben und die meis­ten Apo­the­ken sind in der Regel — anders als die meis­ten Ärz­te — auch recht gut tele­fo­nisch zu errei­chen. Mit einem Bera­tungs­ge­spräch kön­nen Sie Ihre nächs­ten Schrit­te bes­ser pla­nen, fer­ner soll­te Ihnen die Angst vor einer gra­vie­ren­den Erkran­kung genom­men sein und Sie kön­nen mit fri­schem Elan die Sache beherzt ange­hen. Dazu noch ein Blick in die Sta­tis­tik zu Hämor­rhoi­den: im Lau­fe ihres Lebens sind 70 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land min­des­tens ein­mal davon betrof­fen. Sie sind also nicht allein — ganz im Gegen­teil.


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Anal­throm­bo­se — Alles über Sym­pto­me, Behand­lung und Risi­ko­fak­to­ren

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